BI NOBL

Neuhermsheim Ohne Bahnlärm – Eine Mannheimer Bürgerinitiative

Neubaustrecke (NBS) für den Güterzugverkehr

Grundsätzliche Bemerkung zur Diskussion über Neubautrassen

In der oberrheinischen Tiefebene sind es südlich von Frankfurt zwei grundverschiedene Engpässe, mit denen die Bahn zu kämpfen hat: im Personenverkehr fehlt eine schnelle ICE Verbindung zwischen Frankfurt und Mannheim, im Güterverkehr setzt sich der Engpass am Mittelrhein auf dem Abschnitt von Mainz-Bischofsheim bis Karlsruhe fort.

Was die geplante ICE-Neubaustrecke FRANKFURT – MANNHEIM betrifft, so hat es eine lange Diskussion zum möglichen Trassen-Verlauf im Raum Südhessen gegeben, die Eingang in die Korridorstudie des BMVI gefunden haben. Grob gesagt könnte eine NBS parallel zur A67 im Westen entlang der Autobahn verlaufen.

Grundsätzlich können auf der Trasse auch Güterzüge verkehren, vor allem nachts, wenn der Personenverkehr ruht. Es ist zu befürchten, dass diese Güterzüge aus einer Umleitung des Rheintalverkehrs über das Siegerland stammen, wie in der Korridorstudie unter dem Abschnitt Mittelrhein beschrieben.

Was Güterzüge betrifft, so liegt der entscheidende Engpass auf der europäischen Transversale Rotterdam – Genua im Mittelrheintal, das jetzt bereits ausgelastet ist und den Mehrverkehr zum Gotthard kaum aufnehmen kann. Die notwendige GÜTER-Neubautrasse wurde in der Korridorstudie zwar in Form einer Tunnel-Lösung unter dem Westerwald pauschal betrachtet, dann aber – zu vordergründig – als unwirtschaftlich verworfen.

Eine Neubautrasse wie der Westerwald Tunnel könnte zwar den derzeitigen Verkehr von beiden Trassen der links- und der rechtsrheinischen Rheintalbahn aufnehmen, ist damit aber ausgelastet und könnte keinen zusätzlichen Güterverkehr (durch den Gotthard Tunnel) aufnehmen. In der wirtschaftlichen Analyse wird so getan, als könne die Amortisation der Baukosten nur vom zusätzlichen Verkehr getragen werden, die frei werdende Kapazität im Rheintal wird dabei unterschlagen.

Um den Engpass im Güterverkehr zu beheben, müsste eine GÜTER-Neubaustrecke die Strecke von KÖLN bis KARLSRUHE umfassen, wo sie dann in die Strecke nach Offenburg – Basel übergeht.  GÜTER-Trasse und ICE-Trasse kreuzen sich zwar im Raum Mannheim, haben aber funktional wenig Gemeinsamkeiten.

Vorschläge zur Trassenführung im Ballungsraum Mannheim

Im Bereich Nordbaden sollte eine neue Trasse für den Güterverkehr die Wohngebiete um Mannheim umgehen, gut an den Rangierbahnhof angebunden werden und dann die schon heute viel zu stark mit Lärm belasteten Bestandstrecken über Hockenheim bis Karlsruhe entlasten. Dabei werden zwei Aspekte wichtig für die betroffenen Gemeinden:

  • die Ausführungsform hinsichtlich der Lärmemission:
    mögliche Bauweisen als Trog, als gedeckelter Trog, als echter Tunnel
  • die Querung des Neckars :

Eine Lösung als Tunnel unter dem Neckar hätte neben den offensichtlichen Vorteilen möglicherweise auch Nachteile, etwa negative Auswirkungen auf das Grundwasser.
Dass auch andere Ausführungsformen als ein Tunnel denkbar sind, zeigt die Neckarbrücke der Autobahn A6 bei Ilvesheim mit ihrer besonderen „Lärmverpackung“.

Sollte es möglich sein, eine Brücke für den Güterverkehr als schalldichte Röhre auszubilden, käme eine Eisenbahnbrücke parallel zur A5 auf Höhe der Schwabenheimer Schleuse bei Eppelheim in Betracht. Andernfalls müsste ein Tunnel gebaut werden.

Bei Weiterführung von hier nach Süden Richtung Karlsruhe – weitgehend entlang der A5 – könnte eine Güter-NBS die Bestandstrecken durch Hockenheim, Oftersheim, Schwetzingen, MA- Friedrichsfeld und Ladenburg wesentlich entlasten. Siehe dazu den unten wiedergegebenenen Ausschnitt aus der EBA Lärmkarte; stellvertretend für Zugzahlen soll hier der Lärm wiederspiegeln, wie stark heute diese Streckenabschnitte befahren werden.
Die weiteren auf der Strecke bis Karlsruhe betroffenen Anlieger-Gemeinden kämpfen ihrerseits für eine lärmarme Neubaustrecke und favorisieren offenbar eine Trasse entlang der Autobahn A5.

 

PNG Region Hochformat Lärmkarte EBA

 

 

 

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